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Vom Nischenprodukt zum Investmentstar

Die Seidenstraße galt jahrhundertelang als die wichtigste Handelsroute der Welt. Schon damals galt: Glücklich ist, wer einen strategisch wichtigen Posten an der Route sein Eigen nennt. Nun plant die chinesische Regierung mit einer Investition von 900 Milliarden Dollar die „Neue Seidenstraße“, über die der internationale Güterverkehr zukünftig bewerkstelligt werden soll. Dabei handelt es sich nicht um eine Strecke, sondern vielmehr ein Netz aus Straßen, Schienen und Flughäfen, das bis zum Hamburger Hafen reichen wird. Und auch für die Seidenstraße der Neuzeit gilt: Glücklich ist, wer einen strategisch wichtigen Posten an der Route hat.

Wie groß die Nachfrage nach attraktiven Logistikimmobilien ist – auch an der neuen Route –, das zeigen aktuelle Zahlen. Der Trend, dass immer mehr Investoren und Fonds ihre Immobilienportfolios mit deutschen Logistikobjekten diversifizieren, reißt nicht ab. CBRE zufolge erreichte das Transaktionsvolumen auf dem deutschen Logistikimmobilienmarkt 2019 6,9 Milliarden Euro, was einen Anstieg von einem Prozent zum Vorjahr entspricht. Die verhältnismäßig geringere Steigerung liegt jedoch nicht an mangelndem Interesse, sondern in erster Linie an einem wachsenden Angebotsmangel. Durch den daraus resultierenden Nachfrageüberhang rücken zunehmend Objekte mit geringeren Transaktionsvolumen, also unterhalb von 15 Millionen Euro, in den Investmentfokus – diese wurden zuvor von vielen Investoren gemieden. Eine weitere Folge des Angebotsmangels: Die Renditen gehen weiter zurück und liegen mit einem Spitzenwert von 3,6 Prozent 0,4 Prozentprozente unter dem Wert aus 2018. Nichtsdestotrotz bleiben Logistikimmobilien ein attraktives Investment. Die hohe Nachfrage sorgt dafür, dass Anschlussvermietungen in der Regel recht unproblematisch erfolgen. Die Objekte sollten jedoch zwei grundlegende Voraussetzungen erfüllen: Erstens flexible Grundrisse, sodass Vermietungen von wenigen hundert bis zu mehreren tausend Quadratmetern innerhalb des Objekts möglich sind. Und zweitens sollten Gebäude „smart“ entwickelt sein, damit technische Anforderungen des jeweiligen Mieters relativ unproblematisch umgesetzt werden können.